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Communities of Practice NRW für eine Innovative Lehrerbildung

COMeIN

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Foto: A. Etges/Mercator-Institut

Mit Blick auf die Professionalisierung von Lehrpersonen im Umgang mit digitalen Lernformaten besteht unter anderem laut Schulbarometer 2020 ein deutlicher Handlungsbedarf. So gaben 69% Prozent der befragten Lehrerinnen und Lehrer an, dass sie die größten Verbesserungspotentiale in der Kompetenz der Lehrkräfte im Umgang mit digitalen Lernformaten sehen (ebd.). Obwohl die Digitalisierung besondere Potenziale für das sprachliche Lernen bietet (KMK 2019) und trotz der Relevanz der sprachlichen Bildung für das Lernen in allen Fächern (z. B. Reiss 2009) blieben Konzepte zur Förderung digitaler Kompetenzen von Lehrpersonen für diese Querschnittsaufgabe bisher weitestgehend unberücksichtigt (Gogolin 2020).

Aufgrund dieser Ausgangslage beteiligt sich das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache gemeinsam mit der Universität Bielefeld am NRW-weiten Verbundprojekt COMeIN (Communities of Practice NRW für eine Innovative Lehrerbildung). Darin entwickeln Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Lehrerbildung und Schulpraxis Konzepte und Ressourcen, um die digitalisierungsbezogenen Kompetenzen von Lehrpersonen zu fördern. Expertinnen und Experten sowie Entscheiderinnen und Entscheider aller drei Phasen der Lehrerbildung sowie verschiedener Fächer und Themen vernetzen sich hierfür in sogenannten Communities of Practice (CoP). 

In der CoP Deutsch als Zweitsprache (DaZ) beschäftigt sich das Projektteam mit sprachlicher Bildung als Querschnittsaufgabe in Schule und Unterricht, deren zentrales Handlungsfeld das sprachsensible Unterrichten in allen Fächern ist. Hierbei adressieren sie Digitalisierung auf Ebene der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften mit Blick darauf, wie digitalisierungsbezogene und sprachbildungsbezogene Kompetenzen gemeinsam in den Fokus genommen werden können. Die Frage, welche Kompetenzen Lehrkräfte benötigen, um digitale Ressourcen sinnvoll für den sprachsensiblen Fachunterricht nutzen zu können, steht dabei im Fokus. Es sollen außerdem Konzepte dazu entstehen, wie diese Inhalte in den in NRW landesweit verpflichtenden DaZ-Modulen und den DaZ-Weiterbildungsstudiengängen umgesetzt werden können.

Ziel der CoP ist es einerseits, vorhandene Expertise zu sprachlicher Bildung im Kontext der Digitalisierung in NRW zu bündeln und Akteurinnen und Akteure phasenübergreifend zu vernetzen. Andererseits sollen neue Bildungsressourcen als Open Educational Ressources (OER) für die phasenübergreifende Lehrkräfteaus- und -fortbildung entwickelt werden, die Sprachbildungskompetenzen mit digitalisierungsbezogenen Kompetenzen verknüpfen. In den Entwicklungsprozess fließen die spezifischen Perspektiven und Bedarfe aller drei lehrerbildenden Phasen ein. Die landesweite Zugänglichkeit der Produkte wird perspektivisch über das COMeIN-Meta-Portal (ORCA.NRW) realisiert, auf das alle Akteurinnen und Akteure der entsprechenden Bildungskontexte werden zugreifen können. Als Grundlage zur systematischen Beschreibung der entstehenden Ressourcen dienen aus sprachbildungsbezogener Sicht das Modell von DaZ-Kompetenzen (DaZKoM-Modell, Ohm 2018) und aus digitalisierungsbezogener Sicht der Orientierungsrahmen für die Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung in NRW Lehrkräfte in der digitalisierten Welt. Ein weiteres Forschungsvorhaben der CoP liegt darin, ein Kompetenzprofil für angehende Lehrkräfte zu entwickeln, welches DaZ-Kompetenzen mit digitalisierungsbezogenen Kompetenzen verknüpft.

Auf einen Blick

Ziel

Ziel des Gesamtprojekts ist die Förderung digitalisierungsbezogener Kompetenzen von Lehrpersonen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Mercator-Instituts beschäftigen sich in ihrer Arbeitsgruppe gemeinsam mit der Universität Bielefeld, mit der Ausbuchstabierung dieser Fähigkeiten und Fertigkeiten für den DaZ- sowie den sprachsensiblen Fachunterricht.

Initiatoren

Qualitätsoffensive Lehrerbildung

Kooperationspartner

alle zwölf lehrerbildenden Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen

Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen (MSB)

Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (MKW)

fünf Bezirksregierungen in Nordrhein-Westfalen (Arnsberg, Detmold, Düsseldorf, Köln, Münster)

Qualitäts- und Unterstützung-Agentur – Landesinstitut für Schule (QUA-LiS NRW)

Förderer

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Laufzeit

März 2020 - Dezember 2023

Gesamtprojektleitung

Prof. Dr. Isabell van Ackeren (Universität Duisburg-Essen)

Projektleitung der CoP DaZ

Prof. Dr. Hans-Joachim Roth (Mercator-Institut)

Prof. Dr. Udo Ohm (Universität Bielefeld)

Projektteam

Dr. Christoph Gantefort (Mercator-Institut)

Janna Gutenberg (Mercator-Institut)

Anne Wernicke (Universität Bielefeld)

Links und Material

Information zu dem Projekt auf der Website der Universität Duisburg-Essen

Erweiterung des Methodenpools für sprachsensiblen Fachunterricht als Beispiel einer bereits entstandenen Ressource