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Teilhabe durch Sprachbildung

Panel auf der didacta mit Beteiligung des MI

Wir sind alle in der Verantwortung für mehr Sprachsensibilität und mehrsprachigkeitsorientierte Sprachbildung: Politik und Administration müssen den geeigneten Rahmen schaffen, aber auch Lehrkräfte, Fortbildner:innen und Wissenschaftler:innen können Impulse setzen und mit vielen kleinen Schritten eine Bewegung unterstützen, die Mehrsprachigkeit als Ressource versteht. Dies war das Fazit der Diskussionsrunde beim Didacta Panel zum Thema „Ohne Sprache keine Teilhabe – Deutschförderung als gesellschaftliche Aufgabe“. Es diskutierten Dr. Ina-Maria Maahs, wissenschaftliche Koordinatorin des Mercator-Instituts, Stefanie Pies, Geschäftsführerin des Bildung für alle e.V. und Andrea Gößlinghoff, Geschäftsführerin der M&A Lernsoftware GmbH. Die Moderation übernahm Caro Aschemeier, Vorstandsmitglied im Didacta Verband e.V. und Geschäftsführerin der Deutschfuchs Gesellschaft für digitalen Unterricht.

Dass Sprachkompetenz als Schlüssel zur Teilhabe an der Gesellschaft und einem qualifizierten Arbeitsmarkt gilt, bestreitet kaum jemand mehr. Dabei Mehrsprachigkeit als Ressource zu verstehen und den monolingualen Habitus im Bildungssystem zu öffnen, fällt vielen aber noch schwer. Die Gesprächsteilnehmerinnen plädierten dafür, dass Lehr- und Fachkräfte, die sich in diese Richtung engagierten, Synergien nutzen und Kooperationen stärken sollten.

Im Unterricht komme es darauf an, die Individualität der Lernenden zu beachten und ihre spezifischen Bedarfe zu berücksichtigen. Dies sei insbesondere bei Personen mit Fluchterfahrung wichtig. Hier müsse etwa auch die mentale Verfasstheit berücksichtigt werden.

Einig war die Runde sich, dass Integration reziprok zu verstehen sei, als Aufgabe der Zugewanderten, aber auch der Gesamtgesellschaft. Hier wurde darauf verwiesen, wie wichtig und bereichernd das Ehrenamt in diesem Bereich sei. Mit Blick auf den Titel der Veranstaltung verwiesen die Diskutantinnen darauf, dass Sprachbildung aber auch außerschulisch als gesamtgesellschaftliche wie staatliche Aufgabe verstanden werden sollte. Kürzungen insbesondere in der Sprachförderung der Erwachsenenbildung (z.B. aktuell bei Integrationskursen) seien hoch problematisch und gefährdeten eine zügige und erfolgreiche Integration.

Dr. Ina-Maria Maahs vom Mercator-Institut betonte, dass neu zugwanderte Lehrkräfte als Potenzial für mehrsprachige multiprofessionelle Teams betrachtet werden sollten.

Neue Potenziale böten laut den Teilnehmerinnen der Runde auch digitale Ressourcen: Sie ermöglichten individualisiertes Lernen und den Einbezug von Mehrsprachigkeit. Sie erwarteten hier in den nächsten Jahren noch mehr Potenzial durch den Einsatz von KI mit Blick auf ein adaptives Lernen.

Bild: Mercator-Institut