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Frohe Feiertage

Rückblick und Ausblick zum Jahreswechsel

Liebe Kolleg:innen und Kooperationspartner:innen, liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr 2025 hat erneut gezeigt, wie wichtig Sprache und Bildung als verbindende Elemente einer Gesellschaft im Wandel sind: Inmitten globaler, gesellschaftlicher, technologischer und kommunikativer Transformationen bleibt die gemeinsame Aufgabe, Lernende dabei zu unterstützen, ihre individuellen Potenziale zu entfalten, Berufsperspektiven zu entwickeln und Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe zu entdecken. Sprache nimmt dabei eine zentrale Funktion ein. Sie schafft Orientierung, eröffnet Perspektiven und ermöglicht Verständigung – in Klassenzimmern, in digitalen Lernräumen und in der Gesellschaft insgesamt. Voraussetzung dafür ist die zielgruppenorientierte Förderung sprachlicher Kompetenzen. Dazu gehört auch der gewinnbringende Einbezug von Mehrsprachigkeit in Lernprozesse.

Der Anspruch einer zukunftsorientierten Unterrichtsgestaltung stellt Bildungsakteur:innen dabei vor die Herausforderung, Lernende auf eine gesellschaftliche und berufliche Zukunft vorzubereiten, die noch unbekannt und schwer absehbar ist. So führt eine zunehmende Digitalisierung von Bildung und Gesellschaft zu immer neuen sprachlichen Herausforderungen und Anforderungen an die Kommunikationskompetenz von Schüler:innen. Das erfordert innovative und dynamische Konzepte zur Förderung von Sprachhandlungskompetenzen in der analogen wie auch digitalen Welt. Gleichzeitig bieten neue technologische Entwicklungen auch Potenziale der Innovation und Optimierung. Adaptive Sprachlern-Apps, KI-gestützte Diagnostiksysteme oder hybride Professionalisierungsformate für Lehr- und Fachkräfte zeigen, wie digitale Tools pädagogisch sinnvoll im Kontext sprachlicher Bildung genutzt werden können.

In der Zusammenschau macht das deutlich, dass nicht nur sprachliche Bildung als Daueraufgabe zu verstehen ist, sondern auch die (Weiter-)Entwicklung und Adaption von Konzepten sprachlicher Bildung. Dies kann nur gemeinsam und kokonstruktiv im Diskurs aus Wissenschaft, Praxis und Bildungsadministration gelingen. Daher danken wir Ihnen allen sehr für Ihre Bereitschaft zum Austausch, die zur Verfügung gestellte Expertise und die erbrachte praktische Arbeit, die es uns ermöglicht haben, auch in diesem Jahr wichtige Impulse in der Bildungslandschaft zu setzen. Ob in gemeinsamen Forschungsprojekten, Praxisnetzwerken, Lehrveranstaltungen oder Publikationen – Ihr vielfältiges Engagement für das Thema macht sichtbar, dass sprachliche Bildung nicht nur eine pädagogische, sondern ebenso eine gesellschaftliche Aufgabe ist. Gemeinsam blicken wir u.a. auf folgende Erfolge für die sprachliche Bildung zurück:

 

Rückblick: Das Jahr 2025 am Mercator-Institut

  • Austausch und Vernetzung zu Transformationen sprachlicher Bildung: 
    Unsere diesjährige Jahrestagung im März stand unter dem Motto „Im Übergang: (mehr-)sprachliche Bildung und Transformation“. Fokussiert wurden zentrale Übergänge im Bildungssystem – von der Integration neuzugewanderter Schüler:innen über die Zusammenarbeit zwischen Bildungsetappen bis hin zur Vorbereitung auf Ausbildung und Beruf. Gemeinsam wurden bestehende Herausforderungen diskutiert, praxisnahe Lösungsansätze entwickelt und neue Impulse für die Gestaltung mehrsprachlicher Bildungsprozesse gesetzt.
  • Gelungener Start in den bundesweiten Austausch zu sprachlicher Bildung und Bildungschancen: 
    Als Teil der wissenschaftlichen Begleitung im Startchancen-Programm lud das Mercator-Institut im Juni zu einer zweitägigen Auftaktveranstaltung des Kompetenzzentrums Sprachbildung (FKOM) im CHANCEN-Verbund Vertreter:innen der Länder sowie aus Wissenschaft und Bildungspolitik ein. Im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung standen das gegenseitige Kennenlernen, die Vernetzung und die inhaltliche Auseinandersetzung mit den zentralen Themen Lesen, Schreiben und Zuhören. Die Veranstaltung markierte einen wichtigen Meilenstein für die gemeinsame Arbeit im CHANCEN-Verbund.
  • Auszeichnung für Integration am Arbeitsmarkt: 
    Das Projekt LehrkräftePLUS, das unter anderem in Köln am Mercator-Institut durchgeführt wird, ist beim diesjährigen Wettbewerb „Zusammen wachsen – Gute Ideen für Integration am Arbeitsmarkt 2025“ unter den Preisträgern – und wir gratulieren ganz herzlich zu der Auszeichnung. Am Kölner Standort wurden in diesem Jahr 22 zugewanderte Lehrkräfte erfolgreich weiterqualifiziert.
  • Neue Vorlesungsreihe stellt aktuellen Forschungsstand zu neuzugewanderten Schüler:innen vor: 
    Zu Beginn des Wintersemesters 2025/2026 startete eine Online-Vorlesungsreihe zum Thema „Neuere Forschung zur schriftsprachlichen Entwicklung und Bildung neuzugewanderter Schüler:innen in Deutschland“, die unter anderem von Prof. Dr. Nicole Marx, einer der beiden geschäftsführenden Direktor:innen des Mercator-Instituts, organisiert wird.

 

Ausblick auf das Jahr 2026

Mit Blick auf das kommende Jahr sind wir hoch motiviert, die begonnenen Projekte weiterzuführen und neue Initiativen zu entwickeln, um Mehrsprachigkeit und sprachliche Bildung in der Gesellschaft wie im Bildungssystem zu stärken. Dafür möchten wir Ihnen schon jetzt einen kleinen Ausblick auf anstehende neue Aufgaben und Projekte bieten:

  • Erfolgreiche Förderung sprachlicher Bildung in Schulen und Kitas geht weiter: 
    Seit Herbst 2025 steht fest, dass die „Leitstelle BiSS“ ab Januar 2026 dafür sorgen wird, dass alle Bundesländer die Angebote von BiSS und BiSS-Transfer zur Sprachbildung in Schulen und Kitas weiterhin nutzen können. Das neue Anschlussprojekt wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) für zwei Jahre gefördert und ist am Mercator-Institut angesiedelt. Wir freuen uns sehr, dass dadurch die im Rahmen der Initiative entwickelten und erprobten Diagnose- und Förderkonzepte sowie Blended-Learning-Fortbildungen für die sprachliche Bildung erhalten bleiben.
  • Neue DFG-Förderung zur Mehrsprachigkeit zugewanderter Kinder mit einer Hörbehinderung: 
    Der DFG-Antrag zum internationalen Kooperationsprojekt „Reframing Multilingualism: Examining the Multilingual Experiences and Repertoires of DHH Children Growing up in Migrant Contexts of Germany and the UK” von Prof. Dr. Nicole Marx, eine der beiden geschäftsführenden Direktor:innen des Mercator-Instituts, wurde im November bewilligt. Projektpartnerin ist Prof. Dr. Ruth Swanwick von der University of Leeds. Das Projekt startet im Februar 2026 und wir freuen uns sehr über diesen großartigen Erfolg.
  • Herzliche Einladung zum Community-Treffen: 
    Unsere nächste Jahrestagung steht bereits bevor und wir laden Sie am 02. und 03. März 2026 herzlich nach Köln ein, um gemeinsam mit uns über das Tagungsthema „Mehrsprachigkeit in sprachlichen und fachlichen Lehr-Lern-Umgebungen“ zu diskutieren. Weitere Informationen zum Programm und eine Anmeldemöglichkeit finden Sie hier auf unserer Tagungswebseite.

 

Wir wünschen Ihnen eine freudvolle Weihnachtszeit, erholsame Tage und einen guten Start in ein gesundes, optimistisches Jahr 2026.

Herzliche Grüße
Nicole Marx, Hans-Joachim Roth & Ina-Maria Maahs für das gesamte Team des Mercator-Instituts

Foto: fokke baarssen - Shutterstock.com