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Jahrestagung 2027

Deutsch als Zweitsprache als gemeinsame Aufgabe der Lehrkräftebildung: Phasen- und fächerübergreifende Perspektiven

Das Leben in einer sprachlich diversen und sich weiter diversifizierenden Gesellschaft ist unter anderem durch dynamische, aber beständige Migrations- und Integrationsprozesse beeinflusst. Das bedeutet, dass Lernende individuelle sprachliche Repertoires, Vorerfahrungen und Bildungsziele in die Klassenräume und Bildungsinstitutionen mitbringen. Vor diesem Hintergrund ist die Berücksichtigung unterschiedlicher Spracherwerbskontexte und Niveaus der Deutschkenntnisse – sei es als Zweit-, Fremd- oder Zielsprache – sowie von Mehrsprachigkeit ein wesentlicher Auftrag unseres Bildungssystems.

Um Konzepte des Anfangsunterrichts Deutsch für zugewanderte Schüler:innen, der durchgängigen sprachlichen Bildung und der mehrsprachigkeitsorientierten Unterrichtsgestaltung systematisch in der Bildungspraxis umzusetzen, ist die zielgerichtete und phasenübergreifende Professionalisierung von Lehrkräften aller Fächer von besonderer Bedeutung. Deutsch für zugewanderte Schüler:innen und schulische Bildung im Kontext von Mehrsprachigkeit müssen vom Studium über den Vorbereitungsdienst bis hin zur Fort- und Weiterbildung als zentrale Themen der Lehrkräftebildung verstanden und adressiert werden. 

Unter dem Titel „Deutsch als Zweitsprache als gemeinsame Aufgabe der Lehrkräftebildung: Phasen- und fächerübergreifende Perspektiven“ widmet sich die Jahrestagung des Mercator-Instituts 2027 diesen Herausforderungen. Beleuchtet wird insbesondere, welche Entwicklungen bereits zu verzeichnen sind, aber auch, welche Aufgaben weiterhin bestehen. Dabei versteht sich die Tagung als Forum für den Austausch zwischen Wissenschaft, Bildungspolitik und Bildungsadministration sowie schulischer und außerschulischer Praxis. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Herausforderungen, empirische Erkenntnisse, innovative Konzepte und erfolgreiche Praxisansätze zur Gestaltung der Lehrkräftebildung für Deutsch als Zweitsprache. 

Gemeinsam diskutiert werden Fragen wie:

  • Wie können Lehrkräfte in allen drei Phasen der Lehrkräftebildung darauf vorbereitet werden, sprachlich heterogene Lerngruppen zu unterrichten? 
  • Wie lassen sich individuelle sprachliche Voraussetzungen und Bedarfe – insbesondere zugewanderter Schüler:innen – angemessen berücksichtigen? 
  • Wie können Mehrsprachigkeit, digitale Medien und Künstliche Intelligenz gewinnbringend für die Lehrkräftebildung im Kontext von Deutsch als Zweitsprache genutzt werden? 
  • Welche (Aus-)Bildung in Deutsch als Zweitsprache brauchen Lehrkräfte aller Fächer, um auf die zunehmende sprachliche Heterogenität in der Schule zu reagieren? 
  • Welche Formen der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Schule, Bildungsadministration und Bildungspolitik können tragfähige Strukturen für die nachhaltige Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte schaffen? 

Die Tagung möchte dazu Akteur:innen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen und Bildungsbereichen miteinander ins Gespräch bringen, bestehende Netzwerke stärken und neue Kooperationen anstoßen. Ziel ist es, gemeinsam Impulse für die vertiefte Auseinandersetzung mit der Lehrkräftebildung für Deutsch als Zweitsprache in Forschung, Transfer, Praxis und Bildungspolitik zu setzen sowie Perspektiven für deren zukunftsfähige Weiterentwicklung zu finden. Eingeladen mitzudiskutieren sind demnach Wissenschaftler:innen, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte, Schulleitungen, Seminarleiter:innen, Akteur:innen der Bildungsadministration sowie bildungspolitisch Verantwortliche und alle, die sich mit Fragen zu Deutsch als Zweitsprache, sprachlicher Bildung und Mehrsprachigkeitsorientierung in der Lehrkräftebildung beschäftigen. 

Die Tagung findet am 01. und 02. März 2027 an der Universität zu Köln statt. Eine Anmeldung wird ab Herbst 2026 möglich sein.