Sprachsensibler naturwissenschaftlicher Unterricht im Transfer: Lehr-Lern-Forschungsprojekte zwischen Universität und Schule
Ziel
Studierende entwickeln und erproben im Rahmen der Lehrveranstaltungen „Sprachsensibler naturwissenschaftlicher Unterricht“ sowie „Forschen und Entwickeln im sprachsensiblen naturwissenschaftlichen Unterricht“, wissenschaftlich fundierte Produkte, die sowohl sprachliche als auch fachliche Lernprozesse unterstützen.
Die Lehrveranstaltungen haben übergreifend das Ziel, den systematischen Transfer zwischen Universität und Schule zu fördern und praxisorientierte Ansätze für einen sprachsensiblen naturwissenschaftlichen Unterricht zu generieren. Im Mittelpunkt steht dabei die enge Verzahnung von Bildungsforschung, Lehrkräftebildung und Schulpraxis. Die Projekte widmen sich jeweils wechselnden Themenschwerpunkten, die sowohl den aktuell wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs als auch konkrete Bedarfe aus der Schulpraxis aufgreifen.
Kooperations-Schule ist seit 2024 vorwiegend die Gesamtschule Sankt Josef in Bad Honnef, Partnerschule des Mercator-Instituts. Alternativ können die Studierenden auch selbst eine Schule wählen, mit der sie im Projekt zusammenarbeiten; die Lehrveranstaltungen sind im Master angesiedelt. Zahlreiche Studierende arbeiten in diesem Studienabschnitt parallel zum Studium bereits als Vertretungslehrkraft und bringen Bedarfe aus der Schulpraxis unmittelbar in die Lehrveranstaltungen ein. So werden die Studierenden dazu befähigt, wissenschaftlich fundierte Impulse in ihre zukünftige Arbeit als Lehrkräfte einzubringen, gemeinsam mit der jeweiligen Kooperationsschule Transferprozesse anzustoßen und als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in Kollegien zu wirken.
Ein zentrales Anliegen ist es, geeignete Produkte anschließend, beispielsweise über den Methodenpool des Mercator-Instituts bundesweit zugänglich zu machen und damit den nachhaltigen Wissenstransfer aus der universitären Lehrkräftebildung in die schulische Praxis zu sichern.
Relevanz
Das Projekt reagiert auf aktuelle Herausforderungen und Chancen des sprachsensiblen naturwissenschaftlichen Unterrichts und verknüpft wissenschaftliche Erkenntnisse mit der Realität schulischer Lernorte. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen der Fachgruppe Didaktiken, dem Mercator-Institut, kooperierender Schulen und ausgewählter außerschulischer Lernorte werden Bedarfe auf kurzem Wege in die universitäre Lehre eingebunden und gemeinsam bearbeitet.
Die Veranstaltung versteht sich damit als Beitrag zur Entwicklung zukunftsfähiger Lernumgebungen, in denen sprachliche und fachliche Bildung zusammen gedacht und Innovationen gezielt zur Förderung von Lernprozessen eingesetzt werden.
Beschreibung
Das Projekt folgt einem designorientierten Vorgehen (Design-Thinking / Design-Based Research), bei dem Studierende auf Basis einer gemeinsamen Fragestellung eigene Teilprojekte entwickeln. Zu Beginn des Semesters werden zentrale Fragestellungen und Bedarfe erhoben, etwa durch Interviews mit Lehrkräften kooperierender Schulen, aus dem gesellschaftlichen Diskurs oder den Erfahrungen der Studierenden. Auf dieser Grundlage formulieren die Studierenden eigene Forschungs- und Entwicklungsfragen, die den thematischen Schwerpunkt des Semesters konkretisieren.
Im weiteren Verlauf entwickeln die Studierenden Unterrichtsideen, Aufgabenformate oder digitale Lehr-Lern-Arrangements, die fachliche und sprachliche Förderung systematisch verknüpfen. Diese werden – wo möglich – im Unterricht und an außerschulischen Lernorten erprobt, gemeinsam mit Lehrkräften und Lernenden reflektiert und iterativ überarbeitet.
Begleitet wird der Prozess durch regelmäßige Feedbackschleifen mit Expertinnen und Experten aus Fachdidaktik, Bildungsforschung und Schulpraxis, die als Critical Friends den Transfer zwischen Hochschule und Schule unterstützen.
Ergebnisse
Den Abschluss bildet eine Präsentation der Projekte, die in Form einer Poster-Session oder eines digitalen Showcases durchgeführt wird. Hier stellen die Studierenden ihre Konzepte, Projekte und Ergebnisse Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Lehrkräftebildung und Schulpraxis vor und diskutieren Chancen, Grenzen und Entwicklungsperspektiven.
Die Veranstaltung dient dem wechselseitigen Lernen und der Verstetigung von Kooperationen. Im Projekt entstandene Produkte werden – sofern geeignet- redaktionell aufbereitet und veröffentlicht, sodass Lehrkräfte und Lehramtsstudierende sie für ihren eigenen Unterricht nutzen können.
Weitere Projekte, die nicht öffentlich erscheinen, fließen dennoch über ihre Dokumentation und Reflexion in die wissenschaftliche und didaktische Diskussion sowie in die Lehrkräfteprofessionalisierung ein. So trägt das Projekt zur nachhaltigen Vernetzung von Hochschule und Schule bei und unterstützt die Entwicklung innovativer Ansätze für sprachsensiblen naturwissenschaftlichen Unterricht.
Auf einen Blick
| Projekt | Sprachsensibler naturwissenschaftlicher Unterricht im Transfer: Lehr-Lern-Forschungsprojekte zwischen Universität und Schule |
|---|---|
| Ansprechpartnerin | Dr. Iris Günthner, E-Mail: iris.guenthner(at)mercator.uni-koeln(dot)de |
| Laufzeit | seit 2017 |
| Weblinks/ Materialien | |
| Kooperationspartner | Department Didaktiken der Mathematik und der Naturwissenschaften, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln Weitere Kooperationspartner s. Themenschwerpunkt Das ist ja Schaf! |
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