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Reframing Multilingualism: Mehrsprachige Erfahrungen und mehrsprachige Repertoires von Kindern mit Hörbehinderung im Kontext der Migration in Deutschland und Großbritannien

Multi_DHH

Das Projekt untersucht den Spracherwerb mehrsprachiger gehörloser und schwerhöriger (DHH) Kinder in Kontexten der Migration. Es analysiert individuelle mehrsprachige Repertoires, deren Entwicklung sowie kontextuelle Einflussfaktoren diesbezüglich.
International konzentriert sich die Mehrsprachigkeitsforschung bisher vor allem auf hörende, nicht migrierte Individuen mit hoher Sprachenwahlfreiheit. Dies führt zu einer verzerrten Sicht auf Mehrsprachigkeit, Sprachenwahl und Sprachenentwicklung, wodurch marginalisierte Gruppen größtenteils vernachlässigt werden. Der Fokus auf querschnittliche anstatt längsschnittliche Analysen hat zudem Auswirkungen sowohl auf Forschungsmethoden als auch auf Förder- und Bildungsempfehlungen. Diese Forschungslücke schließen wir, indem wir die mehrsprachige Sprachentwicklung von DHH-Kindern in Migrantenkontexten in Großbritannien und Deutschland untersuchen. Unsere interdisziplinäre Perspektive verbindet Soziolinguistik, Psycholinguistik und linguistische Ethnographie und ermöglicht ein umfassendes Verständnis dieser Thematik über ein Jahr hinweg. 
Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wie erleben junge DHH-Kinder in Kontexten der Migration Sprache als soziale Praxis, und wie beeinflussen verschiedene geografische und soziale Faktoren ihren Sprachgebrauch und ihr sprachliches Repertoire?
Durch reichhaltige kontextbezogene Datenerhebung bewerten wir Methoden zur Erhebung und Analyse sprachlicher Repertoires. Erkenntnisse über individuelle und kontextuelle Faktoren der Sprachentwicklung in frühen Bildungsphasen fließen in einen differenzierten Forschungsrahmen ein, die das Verständnis von Mehrsprachigkeit als menschliches Phänomen stärkt.

Auf einen Blick

ProjektReframing Multilingualism: Examining the multilingual experiences and repertoires of DHH children growing up in migrant contexts of Germany and the UK
ZielDurch die Untersuchung, wie gehörlose und schwerhörige (DHH) Kinder, die in einem mehrsprachigen Migrationskontext in Großbritannien und Deutschland aufwachsen, Sprache erleben und entwickeln, werden kultursensibler Forschungsmethoden, ein erweitertes wissenschaftliches Verständnis mehrsprachiger Repertoires und evidenzbasierte Leitlinien für Bewertung, Bildung und Politik entworfen.
KooperationpartnerPartner in Großbritannien:
University of Leeds
University College of London
FörderungDeutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und Arts and Humanities Research Council (AHRC) (UK)
LaufzeitFebruar 2026 – Februar 2029
ProjektverantwortlicheProf. Dr. Nicole Marx (Universität zu Köln, Projektleitung) 
Prof. Dr. Ruth Swanwick (University of Leeds, Projektleitung)
Prof. Dr. Wolfgang Mann (Universität zu Köln) (Co-Investigator)
Prof. Dr. Kate Rowley (University College of London) (Co-Investigator)
WebsiteProjektwebsite